be the change

Was wir uns für die Zukunft der pr wünschen

ein manifest

PR hat die Aufgabe, das öffentliche Bild von Unternehmen und Personen im besten Sinne mitzugestalten. Doch die Branche scheitert gerade daran, sich selbst und ihrer Rolle gerecht zu werden – wir wollen das ändern. Ein Manifest.

Inzwischen sollte die Message bei allen angekommen sein: Es ist nicht nur wichtig, was du machst. Man sollte sich auch die Frage stellen, warum man tut, was man tut. Agenturen sind groß da drin, diese Fragen für ihre Partner:innen zu beantworten und als Message unters Volk zu bringen. Doch ihren eigenen Purpose hinterfragen Agenturen viel zu selten. Und wir finden, es ist an der Zeit, das zu ändern:

Wir, die dezentrale Agentur hypr und die Trailblazers aus Bielefeld und Berlin, wollen, dass sich unsere Branche mit sich selbst auseinandersetzt, dass Agenturen endlich Haltung einnehmen, weniger opportunistisch agieren und dafür umso idealistischer. 

Wir glauben, eines der wichtigsten Ziele unserer Branche ist es, die Welt im Rahmen unserer Beobachtungen und Möglichkeiten besser zu machen. Und der Hebel, den wir haben, ist groß. Agenturen sind es, die Unternehmer:innen und Unternehmen dabei helfen, ihre Messages nach außen zu tragen. Sollten wir dann nicht auch dafür sorgen, dass diese Messages gut sind? Wir fordern deshalb einen Branchen-Diskurs darüber, wie die Agenturwelt außen wahrgenommen wird, wie sie im Inneren funktioniert und welchen Purpose sie folgen kann, um etwas zum Guten zu bewegen. Wir fordern das, weil wir glauben, dass Agenturen viel von ihrem Glanz als gute Arbeitgeber:innen verloren haben und weil wir davon überzeugt sind, dass wir nur so langfristig wirtschaftlich und moralisch überleben können.

WHY

Vertrauen braucht Transparenz

Wir von hypr und den Trailblazers sind davon überzeugt, dass Agenturen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnehmen. Sie sind Bindeglied zwischen Sender und Empfänger einer Message – also Verstärker leiser, oder Übersetzer komplexer Themen. Unsere Arbeit orientiert sich an den Menschen, die wir für unsere Partner:innen erreichen wollen. Das ist der Purpose unserer Arbeit. Und gerade in einer Zeit, in der die Medienlandschaft immer mehr fragmentiert, in der Fake News ein ernstzunehmendes Problem sind und in der das Vertrauen in gesellschaftliche, politischen und mediale Institutionen zu schwinden scheint, sollten wir Agenturen eine aufrechte Haltung einnehmen – und Lösungen anbieten anstatt neue Probleme zu schaffen. Agenturen, finden wir, sollten Treiber für Vertrauen sein.

Und Vertrauen kann nur dort entstehen, wo Transparenz herrscht. Das gilt natürlich für das Auftreten nach außen. Wir machen deshalb transparent, mit wem wir wie zusammenarbeiten. Und um diesen Anspruch nach außen vertreten zu können, braucht es Haltung nach innen. Wer gute Mitarbeiter:innen anlocken will, die gute Ideen aushecken, gut mit Partner:innen umgehen können und – als Kirsche obendrauf – vielleicht auch noch einen ordentlich gepolten moralischen Kompass mitbringen, muss ein gutes Umfeld schaffen. Geregelte, aber flexible Arbeitszeiten sind ein Faktor. Es darf kein Problem sein, wenn Mitarbeiter:innen Kinder bekommen. Das heißt natürlich nicht, dass wir keine Leistung verlangen oder dass der Job, den wir bieten, niemals anstrengend ist. Das heißt aber, dass wir wenigstens versuchen müssen, die Probleme unserer Mitarbeiter:innen ernst zu nehmen und ihnen – wenn möglich – die Wahl geben, für welche Partner:innen sie arbeiten. Denn wir glauben, dass es absolut legitim ist, unsere Interessen und Stärken (zu haben und diese) auch zum Wohle der Agentur bestmöglich einzusetzen.

Wir
brauchen gute Mitarbeiter:innen

Wir finden, das größte Asset unserer Branche sind die Leute, die in ihr arbeiten. Es ist erstaunlich, dass wir es wichtig finden, das erwähnen zu müssen. Aber es ist so. Wie sollen gute PR, gute Messages entstehen, wenn nicht kluge Leute sie sich ausdenken? Natürlich gibt es diese guten Leute in der Branche. Doch in vielen Agenturen werden sie regelrecht verheizt. Wir fordern, dass es Zeit ist, das (wieder) zu ändern. Und auch wenn es in Klammern steht, sagen wir hier bewusst wieder. Wir glauben, dass es eine Zeit gab, in der es cool war, in einer Agentur zu arbeiten, in der Agenturen nicht als Boomer-Party abgestempelt wurden. Oder als Durchlauferhitzer für Arbeitskräfte, die motiviert anfangen, nur um schnell und frustriert das Handtuch zu werfen. Trotzdem schreiben wir das wieder in Klammern, da auch wir wissen, dass der Weg nicht der Versuch sein kann, die Zeit zurückzudrehen. Ein goldenes Zeitalter der Agenturen hat es ohnehin nie gegeben. Dinge haben sich schon immer verändert und wir glauben, dass wir deshalb ebenso gut jetzt daran arbeiten können, richtige Entscheidungen für die Zukunft zu fällen. 

Wir bei hypr und den Trailblazers finden, dass es in der Natur unserer Branche liegt, nach vorne zu schauen. Es ist unser Job, Menschen Innovation und Fortschritt zu erklären und Unternehmen dabei zu helfen, besser zu werden, bei dem, was sie tun. Wir verstehen uns deshalb nicht als die, die nur das Kommunizieren für unsere Partner:innen übernehmen. Wir wollen sie vielmehr beim Prozess der Wertschöpfung aus kommunikativer Sicht beraten und dafür sorgen, dass gute Produkte noch besser werden und schlechte erst gar nicht in die Welt kommen. Die Kommunikation steht für uns daher am Ende eines langen Prozesses, der ein enges Vertrauensverhältnis mit unseren Partner:innen voraussetzt, das sich bis in die höchsten Ebenen ziehen muss: Nur wenn Kommunikation auch Chef:innensache ist, gibt es mit uns eine Zusammenarbeit! Denn die neuen Ideen von Unternehmen und die  vorgegebenen Marschrichtungen der Unternehmen werden noch immer auf den Chef:innen-Etagen geboren.  Auch nehmen wir uns die Freiheit heraus, Zusammenarbeiten zu beenden, wenn wir merken, dass die Wertekonzepte nicht übereinstimmen. Und – by the way – wir sehen uns deshalb auch nicht als reinen Dienstleister, sondern als (ein) Teammate. Und als Teammate sehen wir uns in der Position, Dinge, die wir nicht gut finden, offen anzusprechen und Gigs, hinter denen wir nicht stehen, abzulehnen. Das ist für uns der Kern guter PR. Und wir sind sicher, dass wir nicht die Einzigen in der Branche sind, die so denken.

Geld ist
nicht der entscheidende Faktor

Wir wollen hier nicht falsch verstanden werden: Wir sehen PR nicht als Bällebad, in dem es nur darum geht, dass sich jeder möglichst wohl fühlt. Im Gegenteil. Die Branche lebt vom Streit um das beste Argument. Nur mit den besten Argumenten in der Hand lässt sich kommunikativer Erfolg herstellen. Wir finden aber, dass dieser Streit nicht über das schnellste oder das günstigste Angebot ausgetragen werden sollte. Das schlägt sich auf die Mitarbeiter:innen nieder, auf ihre  Motivation und Leistung. Und somit oft auch auf die Qualität und damit auf den Ruf einer ganzen Branche. Das kann nicht das Ziel sein. 

Unter Haltung verstehen wir, dass Geld nicht der alles entscheidende Faktor für eine Zusammenarbeit sein darf. Es gibt so viele Unternehmen, die gute Produkte auf den Markt bringen wollen, die den Menschen Nutzen bringen. Muss man also wirklich für die arbeiten, die das nicht tun. Klar, die Antwort kann “ja” sein.  Aber dann laufen wir Gefahr, uns für Umsatz instrumentalisieren zu lassen. Natürlich finden auch wir, dass es wichtig ist, Geld zu verdienen. Aber wir arbeiten ja schon so – und können es uns immer noch leisten. Wir sind uns sogar sicher, dass man langfristig mit wertebasierter Arbeit wirtschaftlicher arbeiten kann. Es gibt für Agenturen keinen Grund, ihre Haltung und ihren Anspruch nicht zu überdenken. Wir finden, dass wir etwas ändern können und wir glauben, dass es Zeit ist, etwas an der grundsätzlichen Haltung des Zurückblickens zu ändern und den Blick nach vorne zu richten – denn wir wollen nicht Teil dieser Kultur sein, wir wollen Teil der Veränderung sein. Der Veränderung, die die Agenturwelt zwangsläufig durchlaufen muss, wenn sie auch in Zukunft erfolgreich sein will. 

Und das wollen wir ja schließlich alle. Es ist unser Ziel als hypr und Trailblazers die Agentur als Arbeitgeber wieder zu dem zu machen, was sie sein sollte: Einen Ort an dem Leute gerne arbeiten. Aber wir wollen das nicht alleine machen – wir laden alle Agenturen ein, sich unserer Sache anzuschließen, die kleinen und die großen. Es geht uns auch nicht darum, dass sich alle unseren Argumenten anschließen – vielmehr wünschen wir uns, dass möglichst viele Agenturen einen Weg finden, der für sie bestmöglich funktioniert. So können wir unsere Branche wirklich verändern und zeigen, dass wir mit unserer Überzeugung dahinterstehen. Und dass wir uns unserer Aufgabe bewusst sind.

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